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Cannabis und das Immunsystem - hier sind verschiedene immunstärkende Dinge, wie Orangen und Kurkuma, sowie ein Cannabisblatt zu sehen.

Cannabis und das Immunsystem: Wie wirkt es auf unsere Abwehrkräfte?

Cannabis und das Immunsystem und dessen Wirkungen, sind zwei Aspekte, die es, vor allem im medizinischem Bereich, zu berücksichtigen gilt. Denn Cannabis kann sich nicht nur positiv auf das Immunsystem auswirken.

Von Aktualisiert 7 Min. Lesezeit

Cannabis wird intensiv auf seine medizinischen Wirkungen untersucht. Doch wie beeinflusst es unser Immunsystem? Während Cannabis in verschiedenen Bereichen der Medizin bereits eingesetzt wird, bleibt die Frage offen, ob es die Immunabwehr schwächen oder stärken kann. Dieser Beitrag beleuchtet die aktuellen Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen medizinischem Cannabis und dem Immunsystem. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Cannabis und das Immunsystem miteinander interagieren.

Was ist das Immunsystem und warum ist es wichtig?

Das Immunsystem ist die körpereigene Abwehr gegen schädliche Eindringlinge wie Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Es besteht aus einem Netzwerk von Zellen, Geweben und Organen, die zusammenarbeiten, um den Körper vor Infektionen und Krankheiten zu schützen. Zu den wichtigsten Bestandteilen des Immunsystems gehören: (1)

  • Leukozyten (weiße Blutkörperchen): Sie erkennen und bekämpfen Krankheitserreger.
  • Antikörper: Proteine, die gezielt gegen fremde Substanzen vorgehen.
  • Lymphsystem: Ein Netzwerk aus Gefäßen, das überschüssige Flüssigkeiten und Abfallstoffe abtransportiert und wichtige Immunzellen enthält.

Das Immunsystem lässt sich in zwei Hauptbereiche unterteilen: die angeborene und die adaptive Immunität. Das angeborene Immunsystem ist die erste Verteidigungslinie des Körpers und schützt uns von Geburt an. Dazu gehören physische Barrieren wie Haut und Schleimhäute, die verhindern, dass Krankheitserreger in den Körper eindringen. Zusätzlich helfen Enzyme, Säuren und Schleim dabei, die Vermehrung von Bakterien und Viren zu hemmen. Auch spezielle Zellen, die sogenannten Phagozyten oder „Fresszellen“, gehören dazu. Sie erkennen Eindringlinge und nehmen sie auf, um den Körper vor Infektionen zu schützen.

Reicht die angeborene Immunabwehr nicht aus, tritt das adaptive Immunsystem in Aktion. Es erkennt Krankheitserreger gezielt und bildet spezifische Antikörper, um sie zu bekämpfen. Dabei „lernt“ das adaptive Immunsystem, sodass es bei einer erneuten Begegnung mit demselben Erreger schneller reagieren kann. (1)

Das Immunsystem stärken – 7 Tipps

Es gibt verschiedene natürliche Methoden, um das Immunsystem zu stärken und die körpereigene Abwehr zu unterstützen:

  1. Yoga an der frischen LuftGesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten ist, liefert wichtige Nährstoffe wie Vitamine (besonders Vitamin C und D), Mineralstoffe und Antioxidantien, die das Immunsystem stärken.
  2. Ausreichend Schlaf: Schlafmangel kann das Immunfunktion beeinträchtigen. Ausreichend Schlaf unterstützt die Regeneration und eine normale Immunabwehr. Allgemein wird gesagt, dass 7-8 Stunden förderlich sind.
  3. Regelmäßige Bewegung: Moderate körperliche Aktivität, am Besten an der frischen Luft, wie Spaziergänge, Joggen oder Radfahren verbessert die Durchblutung und unterstützt die allgemeine Gesundheit.
  4. Stress reduzieren: Chronischer Stress kann das Immunsystem beeinträchtigen. Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga oder Atemübungen helfen, Stress abzubauen und können das allgemeine Wohlbefinden stärken.
  5. Viel Flüssigkeit: Ausreichend Wasser oder ungesüßten Kräutertee trinken unterstützt den Körper dabei, Giftstoffe auszuspülen und die Schleimhäute feucht zu halten, was das Eindringen von Krankheitserregern erschwert.
  6. Frische Luft und Sonnenlicht: Regelmäßiger Aufenthalt im Freien kann die Vitamin-D-Versorgung unterstützen. Vitamin D spielt eine Rolle für die normale Funktion des Immunsystems.
  7. Hände waschen: Regelmäßiges Händewaschen ist eine einfache und wirksame Methode, um Infektionen vorzubeugen und das Immunsystem zu entlasten.

Diese Maßnahmen können das Immunsystem auf natürliche Weise unterstützen und zur allgemeinen Gesundheit beitragen. Bei Autoimmunerkrankungen reichen sie jedoch nicht aus. (2)

Wenn das Immunsystem nicht richtig funktioniert

Ein geschwächtes Immunsystem kann schwerwiegende Folgen haben. Betroffene sind anfälliger für Infektionen, und der Körper kann Krankheitserreger weniger effektiv bekämpfen. Infektionen können häufiger auftreten und die Heilung länger dauern. Zudem können chronische Krankheiten leichter entstehen.

Was ist medizinisches Cannabis?

Medizinisches Cannabis wird aus der Cannabispflanze gewonnen und enthält Wirkstoffe wie die Phytocannabinoide THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol), die eine Vielzahl unterschiedlicher Wirkungen auf den menschlichen Körper haben. THC hat eine psychotrope Wirkung, während CBD unter anderem auf das Endocannabinoid-System und weitere Signalwege im Körper wirkt. In der Forschung wird CBD unter anderem auf seine entzündungsmodulierenden Eigenschaften untersucht.

Wie wirkt Cannabis auf das Immunsystem?

Cannabis und das Immunsystem stehen über das Endocannabinoid-System miteinander in Verbindung. Cannabinoide können Immunprozesse beeinflussen und sowohl entzündungshemmende als auch immunmodulierende Effekte zeigen. Eine pauschale Wirkung im Sinne einer Stärkung oder Schwächung der Immunabwehr lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Cannabis kann das Immunsystem auf verschiedene Weise beeinflussen. (3) Studien deuten sowohl auf immunmodulierende als auch auf immunsuppressive Wirkungen hin. Welche Effekte auftreten, hängt unter anderem vom jeweiligen Cannabinoid, der Dosis und dem individuellen Gesundheitszustand ab. (4)

  • Entzündungshemmend: CBD hat in präklinischen Untersuchungen entzündungsmodulierende Eigenschaften gezeigt, die bei chronischen Entzündungen von wissenschaftlichem Interesse sind.
  • Unterdrückung der Immunreaktion: THC kann bestimmte Funktionen des Immunsystems beeinflussen und unter bestimmten Bedingungen die Aktivität von Immunzellen wie T-Lymphozyten verändern. (4)

Cannabis als alternative Schmerzbehandlung bei EndometrioseEine Studie, veröffentlicht in Immunobiology, untersucht die Auswirkungen von Cannabinoiden auf das Immunsystem. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass Cannabinoide wie THC und CBD auf komplexe Weise mit dem Immunsystem interagieren können. Dabei beeinflussen sie sowohl die angeborene als auch die adaptive Immunität. Sie können die Immunantwort dämpfen, indem sie Entzündungen hemmen und die Aktivität von Immunzellen verändern. Die Effekte können jedoch je nach Dosierung und Kontext unterschiedlich ausfallen. Weitere Forschung ist erforderlich, um diese Zusammenhänge vollständig zu verstehen. (3)

Schwächt Cannabis das Immunsystem?

Cannabis kann bestimmte Immunreaktionen unterdrücken. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass es bei allen Menschen das Immunsystem insgesamt schwächt. Die kurze Antwort lautet daher: Cannabis kann die Immunabwehr beeinflussen, eine generelle Schwächung des Immunsystems ist jedoch nicht belegt.

Die Frage, ob Cannabis das Immunsystem schwächt, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Einige Studien, wie etwa die im Journal of Immunology präsentierte Forschung (CORDIS), weisen darauf hin, dass Cannabisrauch die Immunabwehr beeinträchtigen kann. Insbesondere bei regelmäßigem Konsum könnten bestimmte Immunfunktionen beeinflusst werden. Ob daraus beim Menschen tatsächlich ein erhöhtes Risiko für Infektionen entsteht, ist jedoch nicht eindeutig belegt. (5)

  • Cannabis kann bestimmte Immunreaktionen unterdrücken.
  • THC kann die Aktivität bestimmter Immunzellen beeinflussen.
  • Aus diesen Effekten lässt sich nicht automatisch ableiten, dass Cannabis die gesamte Immunabwehr schwächt.

Cannabis und Autoimmunerkrankungen

Bei Autoimmunerkrankungen wird untersucht, ob Cannabinoide fehlgeleitete Entzündungs- und Immunreaktionen beeinflussen können. Für viele konkrete Erkrankungen reichen die bisherigen klinischen Daten jedoch nicht aus, um Cannabis als Behandlung der Grunderkrankung zu bewerten.

Autoimmunerkrankungen entstehen, wenn das Immunsystem fälschlicherweise gesunde Zellen oder Gewebe im Körper angreift. Beispiele sind Multiple Sklerose, rheumatoide Arthritis und Lupus. Eine solche fehlgeleitete Immunreaktion kann zu Entzündungen und Gewebeschäden führen.

Studien deuten darauf hin, dass Cannabis, insbesondere CBD, die Immunantwort bei Autoimmunerkrankungen beeinflussen könnte. CBD wirkt in präklinischen Untersuchungen entzündungsmodulierend und ist deshalb für die Forschung zu Autoimmunerkrankungen interessant. In klinischen Anwendungen werden Cannabinoide bei bestimmten Erkrankungen vor allem zur Behandlung einzelner Symptome untersucht beziehungsweise eingesetzt.

Cannabinoide können entzündungsbezogene Signalwege und die Aktivität von Immunzellen beeinflussen. Klinische Studien zu cannabinoidbasierten Arzneimitteln zeigen beispielsweise bei Multipler Sklerose einen Nutzen bei bestimmten Symptomen wie Spastik. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Cannabis die zugrunde liegende Autoimmunerkrankung behandelt. Solide Langzeitdaten fehlen für viele Anwendungsbereiche noch weitgehend. (4)

Vorsicht geboten: Mögliche Risiken

Cannabis rauchen- eine Frau hält einen Joint in der Hand

Neben wissenschaftlich interessanten Hinweisen auf den Einfluss von Cannabis und Cannabinoiden auf Immunprozesse zeigen präklinische Studien auch mögliche Risiken. Eine im Journal of Immunology veröffentlichte Studie untersuchte unter anderem, wie Cannabinoide die Immunantwort auf Tumoren beeinflussen können. Daraus kann jedoch nicht abgeleitet werden, dass Cannabis beim Menschen das Wachstum von Tumoren fördert. Die genauen Mechanismen sind noch nicht vollständig erforscht. Weitere Studien sind notwendig, um die langfristigen Auswirkungen von Cannabis auf das Immunsystem besser zu verstehen. (5)

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen gezielter Entzündungshemmung und unerwünschter Immunsuppression. Ziel einer Cannabinoid-Therapie ist es, fehlgeleitete Immunreaktionen zu regulieren, ohne die gesamte Abwehrkraft zu schwächen. Das ist besonders bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder Multipler Sklerose relevant.

Die aktuelle Studienlage bleibt jedoch lückenhaft. Viele Erkenntnisse stammen aus präklinischen Modellen. Unterschiedliche Dosierungen, Darreichungsformen und Cannabinoid-Kombinationen erschweren zudem die Vergleichbarkeit. Für fundierte Aussagen zur klinischen Wirksamkeit braucht es mehr Humanstudien.

Zukünftig könnten gezielt entwickelte Cannabinoide oder Kombinationen mit klassischen Immuntherapien bei der Behandlung entzündlicher Erkrankungen eine Rolle spielen. Auch Fragen zur sicheren Anwendung und langfristigen Verträglichkeit sind noch zu klären.

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Fazit: Cannabis und das Immunsystem

Cannabis wirkt auf komplexe Weise auf das Immunsystem. Einerseits können Cannabinoide Entzündungsprozesse beeinflussen, andererseits gibt es Hinweise darauf, dass Cannabis bestimmte Immunreaktionen unterdrücken kann. Ob Cannabis das Immunsystem insgesamt stärkt oder schwächt, lässt sich auf Grundlage der aktuellen Studienlage jedoch nicht pauschal beantworten.

In Zukunft könnten individuelle Faktoren wie Immunstatus, Genetik und Krankheitsbild bei der Planung von Cannabinoid-Therapien stärker berücksichtigt werden. Ansätze wie Immunprofiling, digitale Tools oder die gezielte Kombination von Cannabinoiden und Terpenen im Rahmen des sogenannten Entourage-Effekts werden ebenfalls erforscht. Dabei steht zunehmend das Zusammenspiel verschiedener Faktoren und nicht nur die Wirkung eines einzelnen Moleküls im Mittelpunkt.

Medizinischer Disclaimer

Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen zur Anwendung von Cannabis sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden.

FAQ zu Cannabis und Immunsystem

5 Fragen

Cannabis kann bestimmte Immunreaktionen beeinflussen und unter bestimmten Bedingungen unterdrücken. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Cannabis bei jedem Menschen das Immunsystem insgesamt schwächt.

Eine allgemeine Stärkung des Immunsystems durch Cannabis ist wissenschaftlich nicht belegt. Cannabinoide können Immunprozesse beeinflussen. Ihre Wirkung ist jedoch komplex und hängt vom jeweiligen Cannabinoid und dem Kontext ab.

THC kann über das Endocannabinoid-System verschiedene Immunzellen und Signalwege beeinflussen. Unter bestimmten Bedingungen kann es immununterdrückende Effekte zeigen.

CBD wird wegen seiner möglichen entzündungsmodulierenden und immunregulierenden Eigenschaften erforscht. Viele Erkenntnisse stammen bislang aus präklinischen Untersuchungen.

Cannabinoide werden bei verschiedenen Erkrankungen untersucht und teilweise zur Behandlung bestimmter Symptome eingesetzt. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Cannabis eine Autoimmunerkrankung selbst behandelt oder heilt.

Autor:in

Chefredakteurin der cannabib

Alle Inhalte von Mila Grün

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